Hooray – Holiday! Was passiert, wenn was passiert? Und warum Digital-Detox nicht immer hilfreich ist.

 

Wer in den Urlaub fährt, denkt vielleicht an Sonne, an Sand zwischen den Zehen, an eine kleine rote Schulter weil man doch nicht so genau gecremt hat wie man dachte?! An Ausschlafen, herrliches Essen, Nichtstun. Einen leichten Glimmer ab 12.00 Uhr und Schiffsladungen voller Liebe, Gemeinsamkeit und Nähe.

 

Woran man am wenigsten denkt sind gequetschte Finger, klaffende Wunden und Knochenbrüche. Okay und dass Urlaub mit kleinen Kindern häufig stressiger ist als ein gewöhnlicher Mittwoch vergisst man auch offenbar nach jeden Ferien aufs Neue – aber ich schweife ab. Was tun, wenn genau das eintritt, was man sich am wenigsten wünscht?

 

Ein Unfall, ein Notfall: Im letzten Sommer ist mir genau das passiert. Im Ferienparadies, in dem Michel Fugain französische Chansons singt und unserem Savoir-Vivre, unser belle histoire, den letzten Schliff verpasst, reißt eine unsichtbare Kraft die Schallplattennadel übers Vinyl. Aus. Funkstille. Knochenbrüche, Notarzt, Ambulanz und Krankenhaus fegen mit einer Gewalt und einem Tempo über die Idylle des Aquitaine, dass einem schwindelig wird. Wo ist mein Kind? Wo bin ich? Was passiert jetzt? Sind alle versorgt?

 

Als unverbesserliche Romantikerin preschten wir auf stattlichen Anglo-Arabern zum Sonnenaufgang durch die Brandung, natürlich im Jagdgalopp. 600-Kilo-Tier mit einer Geschwindigkeit von rund 60 Km/h. Dieses Gefühl von Freiheit ist kaum zu beschreiben. Die Wirkung in Newton von Masse mal Geschwindigkeit allerdings ebenso wenig. Hätte ich mal in Physik besser aufgepasst. „Autsch“ wäre hanseatisches Understatement.

 

So lag ich halb zertrümmert am Strand der Ile de Ré – hätte ich wenigstens noch genügend Geistesgegenwart gehabt meinen Freunden mit dem Handy meinen Whatsapp-Standort zu schicken… etwa mit dem Wortlaut:„Holt mich mit einem Krankenwagen!!! Plus Kaffee und einer Flasche kühler Medizin“ (Medizin = Feriensprache = Rosé). Okay für den zweiten Teil würd ich mich nicht ganz verbürgen, aber wer mich kennt, weiß, das es zumindest sehr realistisch wäre. Ein „Hoppi-Galoppi“ und 20 kreischende Lach-Smileys hätte ich mir in Anbetracht der Situation allerdings sicher nicht nehmen lassen – However. Und vor allem: hätte, hätte, Fahrradkette, denn mein Telefon lag ausgeschaltet und ziemlich gemütlich auf dem Küchentisch. Digital-Detox for a f***ing minute. Smart, hm?

 

Also, Regel Nummer 1: auch wenn wir uns digitale Off-Zeiten gönnen, macht es durchaus Sinn sein Handy bei Ausflügen und der Suche nach Abenteuern am Mann, oder der Frau zu haben. Hat man, so wie ich, nämlich keins dabei ist man gegebenenfalls schwerverletzt den Dämlichkeiten seiner temporären Umwelt ausgesetzt, die in meinem Fall nicht einmal den Notarzt gerufen hat. Ich sollte vielmehr aufgerichtet 250 Meter über den Strand zum Parkplatz spazieren. Mir wurde am Arm gezogen, so wie einem bockigen Kind, was auf dem Supermarktboden liegt und nach SCHO-KO-LADE strampelt. Wahrscheinlich wollten mir die Leute vor Ort ein Taxi zum Reitstall rufen, wäre ja auch wirklich schade den Ausritt abbrechen zu müssen! Das ist natürlich reine Spekulation.

 

Ohne Handy und umringt von einer Horde internationalem, hirnamputiertem Allerlei habe ich mir in der Not ein kleines, hüfthohes Shettland-Pony was des Wege kam, geschnappt und dachte schlaumeiermäßig:„Wenn ich einen auf toten Cowboy mache, würde mich der kleine Zosse wenigstens noch lebend zum Parkplatz bringen.“ Ich erwähnte, dass dies mein Glückstag war, oder? Aufgrund eines erneuten Zwischenfalls fing das Pony auf dem ich lag nach halber Strecke an zu buckeln. Das Mistvieh warf mich, bereits schwer verletzt, noch einmal in hohem Bogen ab – zugegeben, es wäre ein ziemlich witziger “Boomerang“ geworden. Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss: Während ich also ernsthaft versucht habe auf diesem Esel vom Strand zu entkommen, sammelte sich ERNSTHAFT eine Menge Mensch um mich die vorwiegend fragte:„May i take a picture?“ Ich blickte in diverse Handy-Kameras und dachte my pig whistles. Die absurdesten Situationen glaub einem ja aber eh keiner, also merke: Ein mobiles Telefon hat durchaus seine Vorteile – immerhin partiell Herr der Lage zu sein, wenn es nötig ist.

 

Aber wie geht es weiter, wenn man dem Unfallort entkommen ist? Wenn die Wunde genäht, der Bruch operiert und der Patient auf Station liegt? Wie kommt man schwer verletzt nach Hause? Kein Problem: Ich gönne mir den Luxus gut versichert zu sein. Privat mit internationalem Rückholservice – Geil oder? Denkste, Puppe! Hier ist nämlich mehr Fake im Spiel als bei einer Guccibag an der Spanischen Treppe. Man denkt: „Ja! Cool! Passiert mir was, dann werde ich zurück nach Hause gebracht.“ Das Wort Rückholservice löst ja bereits Annahmen aus (genau, Kopfkino) die aber leider nicht viel mit der Realität zu tun haben. Das Gute? Ich hab ein Learning hinter mir von dem ihr wirklich profitieren solltet: Aus einem dummen Zufall hatte ich eine eigentlich gekündigt geglaubte, aber doch noch aktive ADAC-Plus-Mitgliedschaft.

 

Was das heißt? Noch am Nachmittag des Unfalls hatte ich einen Anruf auf der Station im Krankenhaus. Am Apparat der seitens des ADAC für mich zuständige Arzt aus München. „Ob mir was fehle?“ „Ob mir die Tragweite und der Befund meiner Verletzung klar wären?“ Rein sprachlich gesehen. Für Moules Frites reicht mein Französisch, aber zur Konversation über Frakturen oder geplante Operationsabläufe reicht es beim besten Willen nicht aus. Die englische Sprache hat sich ganz offenbar noch nicht bis in alle Kreiskrankenhäuser Mitteleuropas durchgesetzt. Für ein Gespräch auf Deutsch würde man also wirklich viel geben in so einer Situation. Der Arzt aus München erkundigte sich nun also in vollem Umfang nach meinem Befinden, ob meine Tochter versorgt sei, oder ob der ADAC hier etwas organisieren dürfe (!) – Dürfe!!! Du liegst am Arsch der Welt und ein völlig fremder Mensch aus einem Automobil-Club kommt auf dem weißen Samariter-Schimmel daher und nimmt Dich virtuell in den Arm. Versichert Dir, dass Du keine Angst haben bräuchtest. „Alles wird gut. Wir holen Sie!“. Unbezahlbar.

 

Der Service der mir jährlich für lumpige und auch noch vergessene 84,- Euro zu Gute kam, war an Professionalität, Engagement und Feinsinnigkeit nicht zu überbieten. Wie ich erfuhr, holt der ADAC Verletzte in jedem erdenklichen Zustand aus allen Teilen der Welt. Mit eigener Flotte bis hin zum fliegenden Operationssaal oder der mobilen Intensivstation werden Verletzte und ihre Kinder oder Angehörige nach Hause gebracht.

 

Ich kann also aus eigener Erfahrung wirklich nur jedem ans Herz legen sich über so eine oder eine ähnliche Mitgliedschaft für Notfälle im Ausland abzusichern. Und genau zu hinterfragen, welche Situationen und Personen abgesichert sind.

 

Den ersten Flug mit einem Learjet hatte ich mir natürlich irre Bohemien und etwas exaltiert vorgestellt. Vielleicht mit einem Victoria Beckham Zweiteiler, mit Super-Glow-Teint und einem Glas Champagner in der Hand. Aber gut, 10 Miligramm Morphin, eine Vakuum-Matratze und die Aussicht auf meine Liebsten und mein Heimat-Krankenhaus waren hier einfach viel mehr wert.

 

Ach, und noch ein kleiner Nachtrag: Auf den Rückruf zum Rücktransport meiner privaten Krankenversicherung warte ich bis heute.

 

Copyright Image: frankgrimmphotography.de
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